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Gut versorgt im Alter - Lebensversicherungen der Säule 3b

Die Lebenserwartung steigt - Statistisch gesehen hat heutzutage ein neugeborener Schweizer durchschnittlich 81 Lebensjahre vor sich, eine Schweizerin im Schnitt sogar 85. Wer also das gesetzliche Rentenalter erreicht, der kann sich im Regelfall noch auf etwa 19 bis 22 weitere Lebensjahre einstellen. Für das Gesundheitswesen wird dies allerdings zu einer grossen Herausforderung.

Daher erfreuen sich Lebensversicherungen immer grösserer Beliebtheit. Unter den Begriff Lebensversicherung fallen viele unterschiedliche Versicherungsoptionen. Denn im Prinzip ist auch die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) eine Lebensversicherung, da sie der Altersvorsorge dient. Der Zweck einer jeden Lebensversicherung ist eindeutig: Sie soll das beruhigende Gefühl vermitteln, dass für einen selbst, und im Todesfall auch für die Hinterbliebenen, gut gesorgt ist.

In der Schweiz basiert das Versorgungssystem auf dem 3-Säulen-Konzept. Die erste Säule ist die staatliche Vorsorge und steht für die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV), zu der auch die Invalidenversicherung, die Arbeitslosenversicherung und der Erwerbsersatz bei Mutterschaft, Militär- oder Zivildienst gehören.

Die zweite Säule ist die berufliche Vorsorge (BVG), die die Arbeitgeber in die Pflicht nimmt. Denn hier sind alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer versichert, die bereits in der ersten Säule versichert sind und mindestens 21.150 Franken verdienen. Diese obligatorische Versicherung beginnt mit Antritt des Arbeitsverhältnisses, frühestens aber mit 18 Jahren. Bis zum vollendeten 24. Lebensjahr deckt die zweite Säule nur die Risiken Tod und Invalidität ab. Nach dem 24. Lebensjahr und bis zum Ende der Erwerbstätigkeit wird dann zusätzlich für die Altersrente angespart.

Die dritte Säule bezeichnet die private Vorsorge, die der zusätzlichen Alterssicherung dient. Sie unterteilt sich in die Säule 3a, die auf freiwilliger Basis eine individuelle, steuerbegünstigte Vorsorge für Erwerbstätige ermöglicht, sowie die Säule 3b, die eine ungebundene Selbstvorsorge für alle ist und zu der auch Lebensversicherungen gehören.

Expertenzitat

"Lebensversicherungen sind definitiv sinnvoll, nämlich dann, wenn im Alter eine Versorgungslücke besteht. Dies ist fast immer der Fall, daher sollte eine transparente Vorsorgeanalyse durchgeführt werden, bevor Verträge abgeschlossen werden. Das Prinzip einer Vorsorgeanalyse ist eigentlich einfach: Mutmassliche Ausgaben im Alter werden von den Einkünften abgezogen. Erfahrungsgemäss wirken sich Krankheitsfälle besonders dramatisch auf die Versorgung aus, Unfälle sind meist besser abgesichert."

Manuela Drosg, Versicherungsberaterin bei Knip
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Wieso profitiere ich von einer
Lebensversicherung?

Je höher die Verpflichtungen gegenüber dem geliebten Personenkreis sind, umso höher sollte man die Lebensversicherung wählen. Das gilt vor allem als Alleinerziehender oder Alleinverdiener in einer Lebensgemeinschaft.

Zusätzlich dienen vor allem Kapitallebensversicherungen dazu, im Alter einen bestimmten Lebensstandard zu halten.

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Welche Formen von
Lebensversicherungen gibt es?

Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung (oder auch Invaliditätsversicherung genannt) dient als langfristiger Lohnersatz bei einer dauerhaften Erwerbsunfähigkeit - verursacht durch Krankheit oder Unfall. Sie setzt spätestens zwei Jahre nach Eintritt der Invalidität ein. Die Rente, welche von der Versicherung bezahlt wird, dient als Ergänzung zu den Zahlungen aus AHV/IV, UVG oder BVG.

Meist benötigt der Betroffene oder dessen Familie die Ergänzungen aus der Versicherung, um den Lebensstandard halten zu könne

Kapitallebensversicherung und Fondsgebundene Lebensversicherung

Die Kapitallebensversicherung wird gerne für die zusätzliche Altersvorsorge genutzt. Es werden regelmässig Prämien eingezahlt, damit man bei Ablauf des Vertrags ein Kapital ausgezahlt bekommt. Die Prämie setzt sich aus drei Teilen zusammen: Dem Kostenanteil, dem Sparanteil und dem Risikoanteil.

Langfristig betrachtet beträgt die Rendite der Kapitallebensversicherung durchschnittlich vier bis fünf Prozent. Der Vorteil der Versicherung liegt darin, dass auch im Todesfall oder je nach gewählter Variante auch bei schwerer Krankheit des Versicherungsnehmers, die Versicherungssumme an die Angehörigen ausgezahlt wird. Ansonsten wird die Versicherungssumme mit Ablauf des Vertrags ganz normal an den Versicherungsnehmer ausgeschüttet.

Vorteil oder Nachteil: Die Summe wird einmalig komplett ausbezahlt und nicht in Form einer monatlichen Rente gezahlt. Das bedeutet gleichzeitig auch, dass auf das gesamte Kapital Steuern anfallen.

Die Fondsgebundene Lebensversicherung kombiniert eine Fondsanlage mit einer Risikolebensversicherung. Die Prämien werden in Investmentfonds angelegt, je nach Wahl des Versicherungsnehmers meist in Aktien-, Renten- oder Immobilienfonds.

Wenn der Vertrag ausläuft, wird üblicherweise der Wert der Fondsanteile ausgezahlt, der bis zum Zeitpunkt der Auszahlung erreicht wurde. Wer Schwankungen aufgrund der aktuellen Marktlage entgegenwirken möchte, erreicht dies mit Garantien, die gleichzeitig jedoch auch die Rendite bremsen.

Fehlen Garantien zum Kapitalerhalt sind Fondsgebundene Lebensversicherungen nicht steuerlich gefördert und eine risikoreichere Altersvorsorge. Steuerlich begünstigte Fondsgebundene Lebensversicherungen haben nur eine eingeschränkte Fondsauswahl, die stark sicherheitsorientiert ist.

Risikolebensversicherung

Eine Todesfall-Risikoversicherung zahlt im Todesfall des Versicherungsnehmers (egal ob durch Unfall oder Krankheit verursacht) eine vertraglich festgelegte Summe an die Hinterbliebenen. Somit ist die Familie auch im Todesfall finanziell abgesichert, um beispielsweise den Lebensstandard zu erhalten, die Hypothek abzubezahlen oder um die Ausbildung der Kinder zu finanzieren.

Falls zur Existenzsicherung nötig, schliesst man am besten eine reine Risikoversicherung ab. Bei einer reinen Risikoversicherung fehlt der Sparanteil, wodurch sie sich leichter anpassen lässt. Man kann sie auch problemlos auflösen. Nach Möglichkeit sollte der Spar- und Versicherungsanteil immer getrennt werden. Dadurch wird die Versicherung transparenter und flexibler.

Wer als Anlagealternative eine gemischte Versicherung wählt oder sich das Renteneinkommen mit einer Leibrente sichern will, muss andere Überlegungen anstellen. Wichtig ist dann, sich für eine Versicherung mit hohen garantierten Leistungen zu entscheiden. Die massiv gekürzten Überschussanteile und die schlechten Fondsrenditen der letzten Jahre haben gezeigt, dass man nur auf die in der Police garantierten Beträge zählen kann. Es sollte eine realistische Laufzeit gewählt werden, denn ein vorzeitiger Rückkauf führt meist zu hohen Verlusten.

Pflegeversicherung

Eine zusätzliche Pflegeversicherung wird meist abgeschlossen, damit sie einen zusätzlichen Anteil an den Pflegekosten übernimmt, die von der Grundversicherung nicht übernommen werden. Allerdings: Meist müssen die ersten Jahre lang die Kosten aus der eigenen Tasche gezahlt werden. Die Pflegeversicherung springt erst nach einer gewissen Dauer ein. Vor allem wohlhabende Personen können sich überlegen, ob sie ihr Vermögen durch eine zusätzliche Pflegeversicherung schützen wollen, da sie ohnehin keine Ergänzungsleistungen beantragen können. Alle pflegebedürftigen Personen, die nicht über die finanziellen Mittel verfügen, können diese Ergänzungsleistungen beantragen, sobald die eigenen Vermögenswerte aufgebraucht sind. Ab diesem Zeitpunkt werden sie dann von Kantonen und Sozialversicherungen unterstützt.

Leibrentenversicherung

Die private Rentenversicherung dient ausschliesslich der Altersvorsorge, indem monatliche Prämien als eine Art Spareinlage gezahlt werden. Sie ist eine sogenannte Erlebensversicherung und soll die wirtschaftlichen Herausforderungen bei Erreichen und Überschreiten eines bestimmten Alters absichern. Normalerweise wird das Geld ab einem im Vertrag festgelegten Zeitpunkt in Form einer monatlichen Rente ausgezahlt - und zwar bis zum Tod des Versicherten.

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Worauf muss ich bei einer
Lebensversicherung achten?

Den Versicherern fällt es angesichts der niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt immer schwerer, die Garantien zu erwirtschaften, die sie ihren Kunden vor Jahren versprochen haben. Für viele hat sich daraus ein Verlustgeschäft ergeben, vor allem, da von Beginn an bereits die falschen Produkte gewählt wurden.

Es ist unerlässlich, vor Abschluss einer Police eine transparente Bedarfsanalyse durchzuführen, zu der auch eine Auswertung des Lebensstils gehört. Nur dann kann so gut wie möglich gewährleistet werden, dass ein Produkt verkauft wird, das sich für den Einzelnen nicht nur lohnt, sondern auch auf dem Weg zur Rente bezahlbar bleibt.

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Die wichtigsten
Fragen

Es gibt doch die obligatorische Invalidenversicherung – zahlt diese denn nicht bei Invalidität?

Doch - aber im Krankheitsfall leider nicht genug. Zusätzlich zur IV gibt es noch die Pensionskasse, welche nach Vertrag mehr oder weniger zahlt. Durchschnittlich zahlen beide Institute zusammen etwa 60 Prozent dessen, was Sie bisher erhalten haben. Daher lohnt sich der Abschluss einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung, die diese Lücke schliesst.

Kann man mit einer Lebensversicherung Steuern sparen?

Die Erträge von Lebensversicherungen sind steuerfrei. Das ist aber nur der Fall, wenn die Verträge für mindestens fünf Jahre abgeschlossen werden. Bei fondsgebundenen Produkten beträgt diese Frist sogar zehn Jahre. Den Steuervorteil erhält man bei Versicherungen mit Einmalprämien nur, wenn das Kapital erst nach dem 60. Lebensjahr bezogen wird und man die Versicherung bereits vor dem 66. Geburtstag abgeschlossen hat. Leibrenten müssen zu 40 Prozent als Einkommen versteuert werden - obwohl man die Einlagen bereits einmal versteuert hat. Auch einen allfälligen Rückkauf einer Rentenversicherung muss man so hoch versteuern.

Was passiert, wenn man eine Lebensversicherung kündigt?

Jede Versicherung handhabt die Konditionen einer Kündigung unterschiedlich. Am besten vergewissert man sich bereits im Vorfeld einer beabsichtigten Kündigung bei der Versicherung oder liest die in der Police aufgeführten Bestimmungen zu einer Kündigung des Vertrags.

Auf den regulären Vertragsablauf muss die Lebensversicherung nicht gekündigt werden. Das Ablaufdatum ist fast immer fix und die Versicherung wird die Versicherungssumme wie vereinbart auszahlen. Im Falle einer vorzeitigen Kündigung muss man allerdings mit empfindlichen finanziellen Einbussen rechnen, da nur der gegenwärtige Rückkaufwert ausbezahlt wird, der weit geringer ist, als die Summe der bisher eingezahlten Raten. Der Rückkaufwert ist zeitlich gestaffelt und richtet sich nach der bis zur Kündigung erreichten Laufzeit.

Wie viel kostet eine Todesfall-Risikoversicherung?

Die jährlichen Prämien hängen neben der zur versichernden Summe stark vom Alter bei Abschluss, Gesundheitszustand, Raucher/Nichtraucher und sonstigen persönlichen Umständen ab. Ein 35-jähriger Mann würde zum Beispiel für eine Versicherungssumme von CHF 200.000 unter CHF 1.000 pro Jahr zahlen. Prämien für Frauen liegen ca. 15-20 Prozent unter den Prämien für Männer.

Expertenzitat

Die Kernfrage bei Versicherungen ist immer: "Was benötige ich zu welchem Zeitpunkt wirklich, damit weder eine Unter-, noch eine Überversicherung vorliegt?" Um das herauszufinden, bedarf es meistens einer persönlichen Beratung und einer individuellen Bedarfsanalyse.

Zum Beispiel lohnt sich eine Lebensversicherung für Konkubinatspaare, die gemeinsame Kinder oder gemeinsames Wohneigentum haben. Mittels einer Risikoversicherung können sie sich gegenseitig absichern und sich so besserstellen, als es das Erbrecht machen würde.

Das Risiko

Je grösser die Verpflichtungen im Leben sind, desto grösser ist auch das finanzielle Risiko, dass man trägt, sei es für Kredite oder die Familie. Oftmals reicht ein Schicksalsschlag aus, um alles zu verlieren.

Dein Vorteil

Lebensversicherungen können verwendet werden, um bestehende Verbindlichkeiten und zukünftige Unterhaltsleistungen in einem Notfall decken zu können. Ausserdem für die Absicherung von noch fälligen Hypotheken, um die Ausbildung der Kinder zu gewährleisten, Unterhalt für Ehepartner und Familie zu sichern und die eigene Versorgung im Alter.

Unser Tipp

Je höher die Verpflichtungen gegenüber dem geliebten Personenkreis sind, umso höher sollte man die Lebensversicherung wählen. Das gilt vor allem als Alleinerziehender oder Alleinverdiener in einer Lebensgemeinschaft.