Knip

Wichtig, wichtiger, Privathaftpflicht

Ein Missgeschick ist wohl jedem von uns schon einmal passiert. Gut, wenn man dabei keinen Dritten verletzt oder dessen Eigentum beschädigt hat. Denn das kann sehr teuer werden. Eine Privathaftpflichtversicherung würde in diesen Fällen einspringen und die Kosten tragen. Sie bewahrt den Versicherten im schlimmsten Fall also vor dem finanziellen Ruin. Darüber hinaus werden auch die Kosten von der Versicherung übernommen, wenn es zu einem Gerichtsverfahren durch eine ungerechtfertigte Anschuldigung von Dritten kommt.

Expertenzitat

"Kommt es zu einem Schaden, sollte die Versicherung so gestaltet sein, dass man diesen auch vollständig mit der Versicherungssumme tragen kann. Andernfalls muss man für alle zusätzlichen Kosten privat aufkommen. Das kann bei grossen Schäden zum finanziellen Ruin führen und genau dagegen will man sich mit einer Privathaftpflichtversicherung ja absichern. Man sollte mit seinem Berater sprechen, der dabei helfen kann, eine sinnvolle Deckung festzulegen. Das heisst: Die Summe sollte nicht zu niedrig angesetzt sein. Im Schadensfall muss die Summe ausreichen, um zumindest den Grossteil der angefallenen Kosten zu decken. Als Faustregel gilt eine Versicherungssumme von fünf Millionen Franken. Sie sollte aber unbedingt individuell bestimmt werden, da jeder ein anderes Schadensrisiko hat."

Samuel Nufer, Versicherungsberater bei Knip
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Wieso profitiere ich von einer
Privathaftpflichtversicherung?

Schäden an einem Dritten oder dessen Eigentum sind schnell passiert und können sehr teuer werden. Reisst sich der Hund von der Leine und verursacht einen Schaden oder zündet man an Silvester eine Rakete, die in die falsche Richtung fliegt, können die Kosten für Reparaturmassnahmen, medizinische Behandlung der Verletzten oder im schlimmsten Fall sogar Invaliditäts- oder Schadensersatzzahlungen schnell die finanzielle Leistungsfähigkeit des Verursachers übersteigen. Dieser muss nämlich für sämtliche entstandenen Schäden aufkommen. Doch auch bei kleineren Missgeschicken lohnt sich eine Privathaftpflichtversicherung. Das gilt beispielsweise für den teuren Teppich im Haus der besten Freunde: Hat man nach einem Glas zu viel den Wein über den Teppich verschüttet, übernimmt die Privathaftpflicht diese Kosten.

Die Privathaftpflichtversicherung trägt die Kosten für Sach- und Personenschäden sowie für Vermögensschäden, die daraus entstehen.

Die zu zahlenden Beiträge sind relativ niedrig, sodass man sich einen sinnvollen Schutz durchaus leisten kann. Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit sehr gross, dass man sein Leben lang keinen Schaden in Millionenhöhe anrichten wird. Sollte es aber dennoch so weit kommen, schützt die Privathaftpflichtversicherung den Versicherungsnehmer vor dem finanziellen Ruin!

Leben Partner in einem gemeinsamen Haushalt, reicht ein Vertrag für beide. Dann muss man nur darauf achten, dass beide Partner auch namentlich im Vertrag genannt werden. Auch Kinder können in dem Vertrag mitversichert werden. Die Versicherungssumme sollte immer der jeweiligen Lebenssituation angepasst werden. Dabei lässt man sich am besten von einem Experten beraten, der weiss, worauf es bei der Bestimmung der richtigen Deckung ankommt.

Achtung: Die Versicherung übernimmt natürlich nur dann die Kosten für einen Schaden, wenn dieser ohne Vorsatz entstanden ist. Wer nach einer verlorenen FIFA-Runde auf der X-box den Fernseher seines Freundes zerschlägt, muss diesen Schaden also selbst tragen. Man kann Schäden durch eine Handlung im Affekt in der Regel nicht der Privathaftpflichtversicherung melden.

Werden Schäden von Tierarten verursacht, die üblicherweise als Haustiere gelten, sind diese ebenfalls von der Privathaftpflicht gedeckt - jede Gesellschaft hat jedoch ihre eigenen Definitionen von Haustieren. Welche Tiere also als Haustier gelten und welche nicht, entscheidet jeder Versicherer selbst. Die Versicherung kommt nicht nur für Verletzungen auf, die das Haustier einem Dritten zufügt, sondern auch für Sachschäden, beispielsweise wenn das eigene Pferd die Tür im gemieteten Stall kaputt macht.

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Welche Formen von
Privathaftpflichtversicherungen gibt es?

Für Schäden, die in der Freizeit, beziehungsweise im privaten Umfeld des Versicherungsnehmers, entstehen, kommt die Privathaftpflichtversicherung auf. Darüber hinaus kann man Haftpflichtversicherungen abschliessen, die auch andere Lebensbereiche abdecken und je nach eigenen Ansprüchen und eigener Lebenssituation sinnvoll sind. Einige dieser Versicherungen sind ohnehin obligatorisch.

Motorfahrzeughaftpflichtversicherung und Motorradhaftpflichtversicherung

Wer ein Auto oder ein Motorrad einlöst, muss obligatorisch eine Motorfahrzeughaftpflichtversicherung abschliessen. Sie ist nötig, damit es für den Strassenverkehr zugelassen wird. Schäden, die der Lenker oder registrierte Mitfahrer verursachen, sind dann gedeckt. Dies ist wichtig, da nicht nur Blechschäden, sondern vor allem Personenschäden sehr teuer sein können. Verletzt man einen Verkehrsteilnehmer oder Fussgänger im Strassenverkehr, muss man schlimmstenfalls Invaliditäts- und Schadensersatzkosten tragen.

Berufshaftpflichtversicherung

Für einige Berufe ist eine Berufshaftpflichtversicherung obligatorisch oder zumindest sehr empfehlenswert. Steuerberater oder Anwälte müssen sich mit einer Berufshaftpflichtversicherung gegen Falschberatung absichern. Dies ist sinnvoll, weil durch Beratungsfehler, die immer passieren können, schnell sehr hohe Kosten entstehen. Die Berufshaftpflichtversicherung übernimmt dann daraus entstehende Vermögensschäden. Für die meisten Berufe ist die Versicherung freiwillig. Nicht jeder braucht sie, aber für einige Berufsgruppen kann sie eine sinnvolle Ergänzung sein. Dazu zählen beispielsweise Architekten oder Dolmetscher.

Betriebshaftpflichtversicherung

Für Unternehmer und Gewerbetreibende ist eine Betriebshaftpflichtversicherung eine gute Investition. Sie deckt Personen- und Sachschäden ab, die aus dem Betriebs-, Anlage- und Produktrisiko entstehen. Die Versicherungssumme sollte je nach Unternehmensgrösse eine mindestens zweistellige Millionensumme umfassen. Dementsprechend hoch sind auch die zu zahlenden Prämien für diese Versicherung.

Für eine massgeschneiderte Betriebshaftpflichtversicherung gibt es je nach Betriebsart die unterschiedlichsten Zusatzdeckungen. Am besten lässt man sich von einem unabhängigen Versicherungsexperten beraten, der den Schutz findet, der den eigenen Bedürfnissen am besten entspricht.

Jagdhaftpflichtversicherung

Gerade auf der Jagd können durch den Gebrauch von Schusswaffen sehr schnell Schäden entstehen, die die eigene Finanzkraft übersteigen. Die Jagdhaftpflichtversicherung ist eine Zusatzversicherung in der Privathaftpflichtversicherung. Diese gilt nicht nur für Schäden an einem Dritten, sondern auch für Schäden, die der eigene Jagdhund verursacht hat sowie Sachschäden.

Bauherrenhaftpflichtversicherung

Jeder Bauherr ist in der Pflicht, sein Baugrundstück abzusichern. Wenn dies nicht geschehen ist und sich ein Dritter beim Besuch der Baustelle verletzt, muss der Bauherr für diese Kosten aufkommen. Eine Bauherrenhaftpflichtversicherung trägt die dadurch entstehenden Kosten.

Veranstalterhaftpflicht

Als Organisator einer Veranstaltung trägt man nicht nur die Verantwortung dafür, dass das Event ein voller Erfolg wird. Man muss auch für Kosten geradestehen, die während der Veranstaltung durch bestimmte Schäden entstehen, beispielsweise, weil Gäste durch die verwendete Pyrotechnik verletzt werden oder über schlecht verlegte Stromkabel stolpern.

Eine Veranstalterhaftpflichtversicherung deckt dieses Risiko ab. Meist sind, wie in der Privathaftpflichtversicherung, Personen- und Sachschäden versichert, sowie daraus entstehende Vermögensschäden

Häufig lässt sich auch eine Ausfallversicherung integrieren, die greift, wenn die Veranstaltung aufgrund äusserer Umstände abgesagt oder verschoben werden muss. Darüber hinaus kann man das Nichtauftreten gebuchter Showacts versichern.

Je nach Grösse der Veranstaltung sollte die Versicherungssumme höher oder niedriger angesetzt werden. Für eine Firmenfeier kann man in der Regel eine niedrigere Versicherungssumme ansetzen als für ein grosses überkantonales Musikfestival.

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Worauf muss ich bei einer
Privathaftpflichtversicherung achten?

Bei der Suche nach einer geeigneten Privathaftpflichtversicherung lohnt es sich immer, einen unabhängigen Experten zurate zu ziehen, der die wichtigsten Leistungen einer solchen Versicherung kennt und ein Angebot finden kann, das den individuellen Bedürfnissen gerecht wird. Auf folgende Leistungen sollte man insbesondere achten, wenn man die Angebote verschiedener Versicherer miteinander vergleicht.

Schlüssel mitversichern

Der Verlust des Schlüssels im Privat- oder Berufsleben, sei es der eigene oder der eines Dritten, kann in der Privathaftpflichtversicherung mit abgedeckt werden. Dies ist ein sinnvoller Schutz, wenn man eine teure Key-Card oder einen Universalschlüssel mit sich trägt. Beim Verlust eines solchen müssen nämlich alle Schlösser des betroffenen Gebäudes ausgetauscht werden. Das kann schnell sehr teuer werden.

Zeitwert oder Neuwert?

Die Privathaftpflichtversicherung trägt in der Regel die Kosten eines Gegenstands insoweit, als dass der Zeitwert ersetzt wird. Beschädigt man also beispielsweise den Teppich des Nachbarn, wird der Wert von der Versicherung ersetzt, den der Teppich zum Zeitpunkt des Schadens hat. Dieser unterscheidet sich von dem Wert, den der Teppich zum Kaufzeitpunkt hatte. In den meisten Fällen ist jeweils nur der Zeitwert versichert, es gibt aber Versicherungen bei denen man den Zusatz "Neuwert" einschliessen kann. Das heisst, man könnte von dem Geld aus der Versicherung einen Teppich der gleichen Art und Güte neu erwerben. Mit diesem Einschluss steigen natürlich die Beiträge, aber er ist durchaus sinnvoll, da man so keine Zusatzleistung erbringen muss, um beschädigte Gegenstände zu ersetzen.

Grobe Fahrlässigkeit

Der Schutz bei grober Fahrlässigkeit ist in den meisten Privathaftpflichtversicherungsverträgen ohnehin integriert. Insbesondere bei älteren Verträgen kann es jedoch sein, dass dies noch nicht eingeschlossen ist. Die Versicherung zahlt dann nicht bei Schäden, die durch grobe Fahrlässigkeit entstanden sind. Man sollte unbedingt darauf achten, dass der Zusatz grobe Fahrlässigkeit in der Versicherung integriert ist, damit der Versicherer die Leistung nicht verweigern kann, wenn er eine grobe Fahrlässigkeit nachweisen oder auch nur vermuten kann.

Geliehene Gegenstände und helfende Hände: Die Versicherung zahlt nicht

Eine Privathaftpflichtversicherung kommt in der Regel nicht für Schäden an Gegenständen auf, die man sich ausgeliehen hat. Auch freiwillige Helfer, beispielsweise Freunde und Bekannte, die bei einem Umzug helfen, sind in der Regel nicht versichert. Das heisst: Lässt man den teuren Fernseher eines Bekannten, dem man beim Umzug hilft, fallen, kommt die Privathaftpflichtversicherung nicht für diesen Schaden auf.

Tipp: Bei der Anschaffung neuer Gegenstände sollte man Quittungen unbedingt aufheben, um beweisen zu können, dass man sie wirklich erworben hat. Dies macht die Meldung eines Schadens einfache

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Die wichtigsten
Fragen

Zahlt die Privathaftpflichtversicherung mein kaputtes Smartphone?

Ist das Smartphone kaputt, kommt es darauf an, wer dafür verantwortlich ist. Hat ein Freund es fallen lassen, muss dessen Versicherung für den Schaden aufkommen. Beschädigt man sein eigenes Handy, zahlt die Versicherung nicht, da sie nur dann Kosten übernimmt, wenn man selbst für einen Schaden an einem Dritten oder dessen Eigentum verantwortlich ist. Will man sein Smartphone schützen, sollte man über eine separate Smartphone-Versicherung nachdenken, die man direkt beim Verkäufer abschliessen kann oder eine individuelle Lösung mit dem Berater suchen.

Trägt die Privathaftpflichtversicherung auch die Kosten für Schäden, wenn ich im Ausland bin?

In der Regel greift eine Privathaftpflichtversicherung auch im Ausland. Der Schutz gilt meist weltweit, solange man zu Urlaubszwecken, also als Tourist, in einem anderen Land ist. Dadurch sind Schäden, die man in Ferienhäusern oder Mietwohnungen verursacht, abgedeckt. Ein zusätzlicher Schutz für einen Auslandsaufenthalt ist dementsprechend in der Regel nicht nötig.

Das Risiko

Oft reicht schon eine Sekunde der Unaufmerksamkeit und schon ist ein Missgeschick passiert. Kommt dabei ein Dritter oder dessen Eigentum zu Schaden, muss der Verursacher mit seinem Vermögen für den Schaden aufkommen.

Dein Vorteil

Die Haftpflichversicherung deckt alle Kosten, die durch Schäden an Dritten und deren Eigentum entstehen. Darüber hinaus kommt die private Haftpflichtversicherung dafür auf, unangemessene Forderungen Dritter abzuwehren und übernimmt mögliche Prozesskosten.

Unser Tipp

Wenn man eine private Haftpflichtversicherung abschliessen möchte, sollte man seinen individuellen Bedarf mit einem unabhängigen Berater besprechen, der das Angebot finden kann, das den eigenen Bedürfnissen am besten entspricht