Ein aktiver Lebensstil wird meist gleichbedeutend mit einem gesunden Körper und ausgeglichenem Geist gesehen. Egal ob Yoga, Crossfit, Marathonlaufen, Fahrradfahren, Reiten oder Fussball. Jedoch sind Unfälle beim Sport auch bei gemäßigten Sportarten nicht gerade ungewöhnlich: Rund 300.000 Sportunfälle ereignen sich jedes Jahr in der Schweiz. Jeden zweiten Tag stirbt laut Statistik der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Schweiz jemand bei einem Sportunfall – meist beim Baden, Ski oder Snowboard fahren oder Bergwandern. Wie versichert man sich als Sportler also richtig?

Verunglückt man in seiner Freizeit, stolpert beispielsweise beim Joggen und zieht sich einen Bänderriss zu, zahlt die obligatorische Unfallversicherung die Behandlung und Folgekosten. Berufstätige sind versichert nach UVG Unfallversicherungsgesetz (UVG). Ein UVG Versicherter hat die Behandlungs- und Heilungskosten, sowie ein Taggeld von 80% seines Lohnes während 720 Tagen versichert. Nach Ablauf dieser 720 Tage kommt eine Rente aus der Invalidenversicherung dazu und das UVG-Taggeld wird in eine Rente umgewandelt, so dass ein Versicherter mit IV- und UVG-Rente insgesamt wieder auf 80% seines ursprünglichen Gehalts kommt.
Eine nicht berufstätige Person ist nach dem Krankenversicherungsgesetz (KVG) verpflichtet bei der obligatorischen Krankenkasse die Unfalldeckung einzuschliessen. Die Unfalldeckung bezahlt die Behandlungs- und Heilungskosten gemäß der KVG.

Sport_Workout_Stretching

Wer jedoch anderen eine Verletzung zufügt oder beim Sport Gegenstände beschädigt, für den kann es schnell teuer werden. Gerade wenn andere Personen geschädigt werden, können Behandlungskosten und mögliche Schmerzensgeldforderungen schnell Millionenhöhe erreichen.

Deshalb sollten Hobbysportler auf ausreichenden Versicherungsschutz achten. Gerade eine private Haftpflicht ist unverzichtbar. Sie zahlt, wenn mit dem Velo das Auto zerkratzt,, oder dem Gegner beim Fussball zu motiviert in die Beine gegrätscht wurde.

Zusätzlich kann man überlegen, ob sich eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung lohnt. Denn auch beim Freizeitsport kann es passieren, dass man aufgrund einer Verletzung seiner Arbeit nicht mehr nachgehen kann. Die Invalidenversicherung und Berufliche Vorsorge helfen, wenn man wegen Krankheit erwerbsunfähig wird und zahlen bis zu 60% des ursprünglichen Gehalts.  Zwar übernimmt eine Versicherung nach UVG die Behandlungs- und Heilungskosten, ein Taggeld von 80% des versicherten Verdienstes sowie eine Rente bei Erwerbsunfähigkeit, nichtsdestotrotz ergibt sich hier eine Versorgungslücke.

Allerdings muss man vorsichtig sein, denn entgegen des allgemeinen Verständnisses ist ein Unfall bei Versicherungen meist folgendermaßen definiert:  Ein Unfall liegt nur dann vor, wenn die versicherte Person durch ein plötzlich von aussen auf den Körper wirkendes Ereignis unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung erleidet.

Aber wie ist das eigentlich mit Extremsportarten? Auch Tiefseetauchen, Fallschirmspringen FreeClimbing sind körperlich sehr anspruchsvoll, gelten gemeinhin aber als sehr riskant und mit hohem Verletzungspotential. Stimmt es, dass solche Sportarten deshalb bei vielen Versicherungen ausgeschlossen sind, beziehungsweise zu sehr viel höheren Beiträgen separat mitversichert werden müssen?

Sport ist Sport?

Wer sehr aktiv ist und dabei nach dem Motto “No risk no fun” agiert, riskiert vor allem seinen Schutz durch die Unfallversicherung. Denn wer ein “Wagnis” eingeht, wie es im Unfallversicherungsgesetz heisst, muss damit rechnen, dass die Versicherung ihre Leistung bei einem Sportunfall um 50 Prozent kürzt oder sogar komplett verweigert. Bei Invalidität droht eine Kürzung der Rente.

Downhill biken

Die Begründung der Versicherer: Extremsportler gehen bewusst ein hohes Risiko ein.

Wer auf Risikosportarten steht, sollte daher Rücksprache mit seiner Versicherung halten. Möglich ist es nämlich, dass die Versicherung für einen Prämienaufschlag den Schutz erweitert oder eine Zusatzversicherung anbietet.